Mit unseren Fragen zu Ihrer Gesundheit schützen wir Sie und den Empfänger der Spende. Füllen Sie den Fragebogen gewissenhaft aus. Vor dem Arztgespräch überprüfen wir Blutdruck, Puls, Temperatur und den Hämoglobinwert, beim Arzt*in findet eine kurze körperliche Untersuchung statt. Im vertraulichen Gespräch geht er mit Ihnen den Fragebogen durch, bespricht Unklares und entscheidet über Ihre Eignung als Spender. Wenn Sie keine weiteren Fragen haben, können Sie Blut spenden. Sollten Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt Bedenken kommen, können Sie jederzeit von der Spende zurücktreten. Falls Sie heute nicht spendefähig sind (z.B. bei Erkrankung, Medikamenteneinnahme, Auslandsreise), berät Sie unser Spendearzt gerne, ab wann eine Spende möglich ist.

Im Spenderaum weist Ihnen eine Mitarbeiter*in eine Liege zu. Für die Punktion sucht sie eine geeignete Armvene aus, desinfiziert, punktiert und dann ist es soweit: Sie spenden Blut! Das sterile Entnahmeset ist meist nach 10 Minuten mit ca. 450 ml gefüllt. Dabei entnehmen wir außerdem einige Proben für die Laboranalysen (z.B. Blutgruppenbestimmung, Tests auf HIV, Hepatitis B, C und E, Syphilis). Ist die Nadel entfernt, bekommen Sie einen schützenden Verband.

Essen und trinken Sie vor der Spende ausreichend, bitte keine alkoholischen Getränke oder stark fettreiche Mahlzeiten. Vor dem Spenderaum stehen Getränke bereit – bedienen Sie sich! Halten Sie nach der Spende eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten ein. Bei Beschwerden melden Sie sich bitte umgehend!

Üben Sie beruflich eine gefahrgeneigte Tätigkeit aus (z.B. als Busfahrer oder Kranführer)? Dann müssen Sie vor Aufnahme dieser Tätigkeit mindestens 12 Stunden pausieren. Dies gilt auch für riskante Hobbies wie z.B. Klettern oder Fliegen. Wir empfehlen, schwere körperliche Belastung für 24 Stunden nach der Blutspende zu vermeiden. Falls Sie in den Tagen nach der Spende erkranken, melden Sie sich bitte umgehend: eine zum Zeitpunkt der Spende von Ihnen unbemerkte Erkrankung kann dem Empfänger des Blutproduktes schaden.

Meist wird eine Blutspende gut vertragen. Punktion und Blutentnahme werden von uns mit großer Sorgfalt und nach standardisiertem Vorgehen durchgeführt. Als mögliche Nebenwirkungen einer Blutspende können Kreislaufreaktionen oder Verletzungen am Spendearm, die in besonders seltenen Fällen auch chronifizieren, auftreten. Der Spendearzt* in informiert Sie dazu noch einmal ausführlich. Bestehen bei Ihnen gesundheitliche Beeinträchtigungen, wird er Sie zu Ihrem eigenen Schutz nicht zur Spende zulassen.

Der Körper benötigt für den Ausgleich der Blutspende meist

  • ca. 20 Minuten für die Kreislaufregulation,
  • ca. 2 Stunden für den Flüssigkeitsausgleich,
  • ca. 2 Tage für den Plasmaeiweißersatz und
  • ca. 2 Wochen für den Ersatz aller Blutzellen.

Am längsten dauert der Ausgleich des Eisenverlustes mit etwa 2 Monaten. Deshalb betragen die Mindestabstände zwischen zwei Vollblutspenden bei Männern 10, bei Frauen 12 Wochen. Schwangere und stillende Frauen dürfen nicht spenden.

Bis zu drei Blutprodukte entstehen aus Ihrer Spende: Erythrozytenkonzentrate enthalten rote Blutzellen und verbessern den Sauerstofftransport im Körper des Empfängers. Das Plasma und das Blutplättchenkonzentrat enthalten Proteine und Zellen, die bei einer gestörten Blutgerinnung im Körper des Empfängers lebensrettend sind. Bei einer Apheresespende können diese Blut- bestandteile mit einem speziellen Gerät auch einzeln entnommen werden. Hierfür gelten besondere Anforderungen an den Spender, z.B. mindestens zwei problemlose Vollblutspenden, gute Venen und bestimmte Blutplättchenzahlen. Haben Sie Interesse an dieser Spendeform? Sprechen Sie uns an!

Krankheitserreger wie das humane Immunschwächevirus (HIV) oder Hepatitisviren werden durch den Austausch von Körperflüssigkeiten (z.B. Blut, Speichel, Samen oder Scheidenflüssigkeit) übertragen. Eine Infektion mit HIV ist nicht heilbar und führt durch eine Zerstörung des Immunsystems zu lebensbedrohlichen Infektionen (AIDS). Auch die Infektion mit Hepatitisviren kann tödlich verlaufen oder die Leber schwer schädigen. Beide Infektionen können auch mit den neuesten Methoden erst einige Wochen nach der Ansteckung nachgewiesen werden – vorher ist die Konzentration der krankheitsspezifischen Substanzen im Blut noch zu gering. Trotzdem könnte ein infizierter Blutspender die Krankheit mit seiner Spende bereits in diesem Stadium übertragen!

Deshalb müssen wir herausfinden, ob Sie zum infektionsgefährdeten Personenkreis gehören und daher zeitlich begrenzt oder auch dauerhaft kein Blut spenden sollten. Eine zeitlich begrenzte Rückstellung erfolgt z.B. nach ungeschütztem Intimkontakt (ohne Kondom) mit einem neuen Partner oder der Einreise aus einem Gebiet mit starker Ausbreitung von HIV bzw. Hepatitis. Ein Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko (z.B. häufig wechselnde Sexualpartner*innen) führt zum dauerhaften Spendeausschluss.

Bitte bedenken Sie, dass für die Dauer von einigen Wochen nach einer Infektion Ihre Angabe die einzige Möglichkeit ist, das Risiko für den Empfänger zu verringern. Handeln Sie immer so, als sei die Blutspende für jemanden bestimmt, der Ihnen besonders am Herzen liegt!

Zusätzlich zum Spenderfragebogen erhalten Sie den Bogen „Vertraulicher Selbstausschluss“ (SSA), mit dem Sie die Verwendbarkeit Ihrer Spende erklären. Angenommen, eine Gruppe von potentiellen Spendern*in käme zu uns. Eine dieser Personen hat Risikofaktoren, die zum Spendeausschluss führen würden, möchte aber nicht, dass dies bekannt wird. Möglicherweise würde sie diese Risiken also nicht angeben und spenden – mit großer Gefahr für den Empfänger der Spende. Einen Ausweg bietet der SSA: Ein Kreuz bei „Nein“ führt dazu, dass die Spende entsteht, aber nicht an Patienteninnen ausgegeben wird. Sie halten Ihre Spende für unbedenklich: Kreuzen Sie „Ja“ an! Bitte werfen Sie den Bogen ausgefüllt in den gelben Briefkasten an der Anmeldung. Liegt dieser Bogen nicht vor, dürfen wir Ihre Spende nicht verwenden!

Alle Blutspendeeinrichtungen müssen Daten von Blutspendern erheben: z.B. Adresse, das vertrauliche Gespräch mit dem Spendearzt*in und die Angaben aus dem Spenderfragebogen, in dem teilweise nach privaten Dingen gefragt werden. Um das Restrisiko für eine Infektionsübertragung durch Blut zu minimieren, müssen Sie die Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Alle erhobenen Daten und Gespräche unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Sie werden streng vertraulich behandelt und unter strikter Beachtung der Datenschutzgesetze gespeichert. Spenderidentität, Informationen über Gesundheitszustand oder Testergebnisse geben wir nicht unerlaubt weiter.

Institut für Transfusionsmedizin
Universitätsklinikum Essen • Operatives Zentrum II (OZ II)
Hufelandstraße 55 • 45147 Essen
Tel. 0201 723 1560 • E-Mail blutspende@uk-essen.de